Loading...
Browsing Category

Reflexion

Google hat immer Recht

Wie nutzen Jugendliche soziale Medien anders als Erwachsene? Barbara Buchegger von der  Initiative Saferinternet.at gibt Einblick – und erklärt die Risiken und Unklarheiten, denen Teenager bei der Informationssuche ausgesetzt sind

Noch vor wenigen Jahren stiegen Jugendliche mit 10 oder 12 Jahren ins Internet ein. Das ist sprunghaft nach unten gegangen: Wir beobachten derzeit einen Einstieg ins Netz zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Zwar haben die Kinder in diesem Alter keine eigenen Geräte, aber sie nutzen jene der Eltern oder großen Geschwister. Noch ehe ein Kind ein eigenes Smartphone oder Computer besitzt, hat es schon viele Erfahrungen online gesammelt – nicht immer nur angenehme. Gerade Kinder nutzen Geräte häufig nicht nur Geräte mit einem Bildschirm, auch Sprachsteuerung ist zunehmend in Verwendung. Das Kleinkind, das im Einkaufszentrum die nervige Musik mit „Alexa, Musik aus“ abdrehen möchte, ist keine Seltenheit mehr. Das Baby, das ein Magazin oder den Fernseher mit Wischbewegungen steuern will, auch nicht.

Das Ganze zeigt: Das Internet ist für Kinder und Jugendliche so selbstverständlich wie für die Eltern der Kugelschreiber. Wir bei Saferinternet.at beraten Eltern, LehrerInnen, Jugendliche und auch SeniorInnen – und sehen große Unterschiede zwischen den Generationen.

Inmitten einer lauten Minderheit

Liefert Facebook einen Einblick, was „das Volk“ denkt? Wohl kaum! Das zeigt eine beeindruckende Recherche des Onlinemediums mokant.at, bei der Millionen von Kommentaren im Wahlkampf analysiert wurden. Chefredakteurin Sofia Palzer-Khomenko erklärt, wie eine Minderheit die Debatte prägt

Es ist Anfang November 2017. Der Nationalratswahlkampf ist gerade zu Ende gegangen. Wir – die Mitglieder des Rechercheteams von mokant.at – sitzen in meinem Wohnzimmer an unseren Laptops. Vor uns: Leere Kaffeetassen und ein Berg von Daten. Er enthält 2,9 Millionen Kommentare. Es sind Kommentare, die Facebook-User in den Monaten vor der Wahl auf 40 Facebook-Seiten von Medien und Politikern gepostet haben. Werden uns die Daten etwas über den politischen Diskurs auf Facebook verraten können? Wir fangen an: es gibt viel zu rechnen.

Als wir einige Monate zuvor mit unserer Recherche zum politischen Diskurs auf Facebook beginnen, treibt uns vor allem die Frage an, wie sich Fake News verbreiten. Auf den ersten Blick scheinen es tausende Menschen zu sein, die aus Wut, Angst oder Interesse Meldungen teilen. Doch bald machen wir eine interessante Entdeckung: Gewisse User kommen uns immer wieder unter. Meist sind es „Geister-Accounts“, User, die kaum Informationen über sich preisgeben. Dafür sind sie hochaktiv, posten ununterbrochen.

Datenanalyse im Zeitalter sozialer Netzwerke

Wie einfach und doch schwierig das Erstellen von Datenanalysen ist, erklärt Luca Hammer. Denn zunehmend lässt sich beobachten, dass Facebook den Zugriff auf seine Daten einschränkt.

Lange Zeit waren Datenerhebungen äußerst aufwändig. Man musste die chaotische Welt in einfache Skalen verwandeln. Etwa durch Umfragen oder Beobachtungen. Im Internet wird die Vermessung der Kommunikation hingegen einfacher: Bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter liegen die Daten bereits in digitaler Form vor. Wenn die jeweilige Plattform es zulässt, können die dort öffentlich geposteten Daten mit einigen Zeilen Programmcode erhoben und für die Auswertung genutzt werden. Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube bieten solche Schnittstellen an: Informatiker, Journalisten, Wissenschaftler können damit automatisiert öffentliche Daten der Plattform erfassen und dann auswerten.

Statt Stichproben können bei sozialen Medien Vollerhebungen durchgeführt werden. Jeder öffentliche Beitrag, jeden Kommentar und jede Reaktion in den letzten zehn Jahren könnten erfasst und ausgewertet werden. „Könnten“, weil die Plattformen nicht (mehr) Zugriff auf alles geben.