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Das Posting-Barometer trügt

In den Foren von Zeitungen haben die User oft eine klare Meinung. Sind sie der Durchschnitt der Bevölkerung?

Kommentare und Bewertungen sind eine praktische Sache: Wer online ein Hotel bucht, ein Restaurant auswählt oder bei einem Versandhandel bestellt, verlässt sich gerne auf die Meinungen anderer Kunden. Und oft liegt die Schwarmintelligenz (das gemeinsame Wissen vieler Internetnutzer) ja wirklich richtig. Doch nicht immer geht es fair zu: Zum Beispiel gibt es unseriöse Geschäftsleute, die sich freundliche Bewerbungen kaufen. Und auch bei politischen Debatten im Netz – in Foren von Online-Zeitungen und auf sozialen Medien – sollte man vorsichtig sein: Auswertungen zeigen, dass bei politischen Seiten oft nur wenige Nutzer die Masse der Postings schreiben. Sie posten, kommentieren und liken mehr als alle anderen. So ist es denkbar, dass ein Teil dieser extrem aktiven User Mitarbeiter in Parteien oder extrem aktive Fans sind – die alle anderen niedertexten wollen. Die Postings im Internet spiegeln nicht zwingend die Meinung der Durchschnittsbevölkerung wider, eine laute Minderheit kann wie eine Mehrheit erscheinen. Das gilt auch für nicht-repräsentative Online-Umfragen. Hinzu kommt: Postings und Likes von Fake-Accounts können im Netz um wenig Geld gekauft werden.

So bildest du dir deine eigene Meinung:

• Verfolge die Berichte unterschiedlicher Medien. Aber achte darauf, dass sie alle seriös arbeiten.

• Die Kommentare von Zeitungslesern und Facebook-Usern können interessante Gedanken oder weiterführende Informationen beinhalten. Aber bedenke: Die Meinungen im Netz sind nicht repräsentativ. Oft posten jene User, die extrem von einer Sache überzeugt sind.

 

Quiz

Stehen hinter Accounts in Facebook oder Twitter immer Menschen mit ihrer persönlichen Meinung?

A Ja, wenn Poster in ihrem Profil ihren vollen Namen nennen und ein Profilfoto haben, sind ihre Accounts für mich glaubwürdig.

B Nein. Menschen vertreten in sozialen Netzwerken oft Meinungen, die aus ihrer Sicht der Mehrheitsmeinung entsprechen.

C Nein. Theoretisch kann es sich bei jedem Profil um einen Fake-Account handeln.

Auf dem Portal einer Onlinezeitung wird gefragt: „Wen würdest du wählen, wenn am Sonntag Nationalratswahlen wären.“ Du kannst mehrmals abstimmen. Wie ordnest du das Ergebnis der Umfrage ein?

A Wenn mehr als 1000 Personen an der Umfrage teilgenommen haben, ist das Ergebnis repräsentativ. Ich werte die Umfrage als glaubwürdigen, politischen Stimmungstest.

B Egal, wie viele Personen daran teilgenommen haben: Das Ergebnis ist glaubwürdig, weil es auf der Webseite einer seriösen Onlinezeitung steht.

C Da man mehrmals abstimmen kann, ist das Ergebnis womöglich verzerrt. Dazu kommt: Die Personen, die mitstimmen, wurden nicht repräsentativ ausgewählt. Ich messe den Ergebnissen dieser Umfrage keine Bedeutung zu.

Du willst dir auf Amazon eine neue Uhr bestellen. Das Modell, das dir gefällt, ist billig und hat bei den Bewertungen fünf von fünf Sternen. Was tust du?

A Ich sehe mir an, wie viele Personen die Uhr bewertet haben und welche Vor- und Nachteile sie anführen. Wenn dort nur eine Bewertung abgegeben wurde, sagt das Ergebnis nicht viel aus.

B Fünf von fünf Sternen sind ein super Wert, ich bestelle die Uhr.

C Ich surfe die Webseite des Herstellers an und sehe mir an, ob die Uhr wirklich so gut ist, wie die Bewertungen behaupten.

 

Auflösung: hier klicken

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